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Website oder nur Google-Profil — was braucht mein Betrieb wirklich?

· Georgios Tertlidis, Studio Georg · 4 Min. Lesezeit

„Ohne Website existiert man heute nicht“ — diesen Satz hören Betriebe seit Jahren, meistens von Leuten, die Websites verkaufen. So pauschal ist er falsch. Es gibt Betriebe, die mit einem gepflegten Google-Unternehmensprofil bestens fahren — und welche, die ohne eigene Website Woche für Woche Anfragen verschenken. Die ehrliche Frage ist nicht „Website: ja oder nein?“, sondern: Wie findet Ihre Kundschaft Sie, und was will sie vor dem ersten Kontakt wissen?

Was das Google-Unternehmensprofil kann

Das Google-Unternehmensprofil ist der Kasten mit Karte, Öffnungszeiten und Bewertungen, der erscheint, wenn jemand nach Ihrem Betrieb sucht — und zugleich Ihr Eintrag auf Google Maps. Es kostet nichts und ist für die lokale Suche das wichtigste einzelne Werkzeug:

  • Adresse, Öffnungszeiten und Telefonnummer stehen direkt im Suchergebnis — ein Klick, ein Anruf.
  • Bewertungen bauen Vertrauen auf, bevor jemand je mit Ihnen gesprochen hat.
  • Fotos zeigen Laden, Team oder Arbeitsproben ohne eine einzige Zeile Text.
  • Die Anfahrt übernimmt Google Maps gleich mit.

Für viele rein lokale Geschäfte ist das genau das, was Kundschaft wissen will: Wo sind Sie? Wann haben Sie offen? Wie erreiche ich Sie? Und was sagen andere über Sie?

Wo das Profil an seine Grenzen stößt

Der wichtigste Haken zuerst: Das Profil gehört nicht Ihnen, sondern Google. Wie es aussieht, welche Funktionen es gibt und welche Regeln gelten, entscheidet Google — und kann das jederzeit ändern. Dazu kommt der begrenzte Platz:

  • Erklärungsbedürftige Leistungen bekommen Sie dort kaum unter — für „Warum dauert eine Badsanierung mehrere Wochen?“ ist kein Raum.
  • Wer mehrere Anbieter vergleicht, will mehr sehen als Öffnungszeiten: Referenzen, Abläufe, Gesichter.
  • Außerhalb von Google fehlt Ihnen ein eigener Ort — nichts, worauf eine E-Mail-Signatur, ein Angebot oder eine Empfehlung verlinken kann.

Wann ein starkes Profil (erst einmal) reicht

  • Ihre Kundschaft kommt fast ausschließlich aus der direkten Umgebung und sucht spontan („Friseur in der Nähe“).
  • Ihre Leistung erklärt sich von selbst — was ein Kiosk oder eine Änderungsschneiderei macht, muss niemand nachlesen.
  • Ihre Auftragsbücher sind ohnehin voll, und neue Kundschaft kommt über Empfehlungen.

Trifft das zu, ist mein Rat tatsächlich: Sparen Sie sich die Website vorerst. Investieren Sie die Zeit in Ihr Profil — vollständig ausfüllen, gute Fotos, aktuelle Öffnungszeiten, Bewertungen freundlich erbitten und beantworten. Das kostet nichts außer Sorgfalt. Wie das geht, steht im Artikel Lokal bei Google gefunden werden.

Wann eine Website dazugehört

  • Ihre Leistung ist erklärungsbedürftig, oder Ihre Kundschaft vergleicht mehrere Anbieter, bevor sie anfragt.
  • Aufträge sind größer und Vertrauen entscheidet — bei Kanzleien, Praxen und im Handwerk wird vor der Anfrage fast immer die Website angesehen.
  • Sie wollen Anfragen geordnet erhalten: ein Formular mit den richtigen Fragen statt Anrufe mitten in der Arbeit.
  • Sie bieten mehrere Leistungen für unterschiedliche Zielgruppen an — das Profil kennt nur eine Fläche für alle.
  • Sie wollen unabhängig bleiben: Die Website gehört Ihnen, egal was Google morgen ändert.

In diesen Fällen ist die Website kein Schmuck, sondern der Ort, an dem aus einem flüchtigen Blick eine Anfrage wird. Was dabei auf Sie zukommt, habe ich unter Leistungen aufgeschlüsselt — und wovon der Preis abhängt, steht im Artikel Was kostet eine Website?.

Am stärksten sind beide zusammen

Profil und Website konkurrieren nicht, sie verstärken sich: Das Profil fängt die lokale Suche ab und verlinkt auf die Website; die Website liefert die Tiefe, die im Profil keinen Platz hat, und stützt mit sauberer Technik wiederum die lokale Platzierung. Deshalb gehört bei mir zu jedem Website-Projekt der Blick aufs Google-Profil dazu.

Mein ehrlicher Rat als Reihenfolge: Bringen Sie zuerst das kostenlose Profil in Ordnung — das ist mit ein paar Stunden Eigenleistung getan. Eine Website kommt dann, wenn mindestens einer der Punkte oben auf Sie zutrifft. Und wenn Sie unsicher sind, fragen Sie mich einfach — reicht ein gepflegtes Profil für Ihren Betrieb, sage ich Ihnen genau das.

Kurz gefragt
  • Für manche Betriebe: ja. Wenn Kundschaft spontan und rein lokal sucht, die Leistung selbsterklärend ist und Vergleiche keine große Rolle spielen, trägt ein gepflegtes Profil erstaunlich weit. Sobald verglichen oder erklärt werden muss, stößt es an Grenzen.

  • Nichts. Eintrag, Verwaltung und alle Grundfunktionen sind kostenlos. Anrufe oder Briefe, die Geld für „Eintragung“ oder „Freischaltung“ verlangen, kommen nicht von Google — legen Sie auf.

  • Ja, und das ist oft die vernünftigste Reihenfolge. Das Profil bleibt beim Website-Start voll erhalten und bekommt dann den Link zur neuen Seite dazu.

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